Mal wieder höchste Zeit einfach nur für ein paar Fotos, ohne langatmigen Erklärungen dazu!
Zwei Impressionen aus der verschneiten Lobau:
Hier ein Beispiel, dass es nicht immer das sündteure Equipment sein muss. Bei diesem Stadtspaziergang hatte ich nur mein iPhone dabei, das für diese Schnappschüsse allemal reichte! (Wenngleich die Kamera im iPhone wirklich nicht besonders gut ist…)
Zu guter Letzt noch zwei Aufnahmen von heute aus der Wiener Innenstadt, konkret am Graben. Grad zu diesem Zeitpunkt setzten die heftigeren Schneefälle ein… eigentlich wollte ich noch mehr Aufnahmen in der Stadt machen, allerdings waren mir Fotos von “Wien im Gatsch” letztlich doch nicht das Risiko wert, dass meine Kamera Schaden nimmt…
Zu den beiden letzten Fotos gibt es noch eine kleine Geschichte: Ich war grad dabei, mein Stativ aufzubauen, geschützt vor den Schneefällen unter einer Bauabdeckung, als mich ein italienischer Tourist ansprach. Wobei “ansprach” fast übertrieben ist, er sagte nur “photo, please?”, und hielt mir seine Kamera entgegen. Damit war ja aber auch wirklich alles notwendige geklärt – gerne doch, bin doch ein hilfsbereiter Wiener!
Ich schaute mir die Kamera nicht sehr genau an, doch es war auf dejn ersten Blick eindeutig eine Canon SLR der 4xx-Klasse – die haben ja (anders als bei den “Profi”-Geräten, die sich mit sowas ja nicht mehr “abgeben”) noch einen eingebauten Blitz. (Ich werde nie verstehen, warum eingebaute Blitze in den Top-Modellen, die ein X-faches der Consumergeräte kosten, so verpönt sind, aber bitte. Hat wohl die gleiche Logik wie Korken in Weinflaschen – erwiesener Maßen nicht ideal für die Lagerung, aber trotzdem kaum umzubringen. However…). Ich achtete gar nicht erst auf die Einstellungen, sondern wartete, bis die italienische Family versammelt war, wählte einen aus meiner Sicht hübschlichen Bildausschnitt, und drückte ab. Meine Erwartung: Ein dunkles irgendwas, auf dem man fast nichts erkennen konnte – wie denn auch mit dem Mini-Blitz, und einer Kamera, die wohl auf Automatik gestellt war. Ich hätte dann artig gefragt, ob ich denn die Kameraeinstellungen ein wenig verändern darf. Doch weit gefehlt, das Foto erschien im Display gut belichtet – die Familie im Vordergrund war vom kleinen Blitz ausreichend ausgeleuchtet, und auch der Hintergrund war nicht im Dunkeln abgesoffen. Auf den ersten Blick ein eigentlich perfektes Foto. Wir machten sicherheitshalber noch ein Zweites, er schaute sich dann das Ergebnis im Display an, ich bekam ein “Mille Grazie!”, und alle waren wir happy!
Meine beiden Aufnahmen (die zwei besten aus der Serie von rund 20 Bildern) entstanden auf ganz andere Art: Ohne Blitz (klar, ich wollte ja auch keine Leute im Vordergrund fotografieren), dafür am Stativ und mit langer Belichtungszeit. Die lange Belichtung wollte ich ganz bewusst einsetzen, um die sich bewegenden Personen möglichst verschwimmen zu lassen, und somit im Idealfall nur noch die “statischen” Objekte auf den Fotos zu sehen – eine grundsätzlich ganz gute Vorgangsweise für solche Aufnahmen.
In diesen Fällen war er aber nicht die ideale Entscheidung. Um die lange Belichtung zu erreichen, musste ich letztlich mit den ISO bis auf 50 runter gehen, und die Blende auf 10 bis 13(!) einstellen. Und was sich bewegte waren nur einige, aber nicht alle Passanten, dafür aber die Beleuchtung im Wind!
Resultat: Die einzelnen Lichter der “Kronleuchter” sind verwackelt, und erscheinen dadurch vor allem im hinteren Bereich fast eher als Fläche, statt als einzelne Lampen. Dafür sind einige Personen zwar wie gewünscht nur als “Schatten” sichtbar, bei vielen anderen, die nur herumstanden, hat das aber freilich gar nichts gebracht.
Im Grunde ärgere ich mich nun ein wenig über mich selbst, und die Quintessenz aus dieser Geschichte lautet für mich: Manchmal hat man eine feste Vorstellung, wie etwas ablaufen sollte. Das ist gut und wichtig für die Planung, vor allem wenn ich z.B. ein Portraitshootings denke. Mit “Komm mal, und wir machen dann halt ein paar Fotos” ohne jedem Plan dahinter wird die Chance für zufriedenstellende Fotos wohl sehr gering sein. Im Gegenzug sollte man sich aber die Flexibilität bewahren, die Situation dann im Zuge der Umsetzung auf Grund der nun klar ersichtlichen Gegebenheiten neu zu beurteilen, und die geplante Vorgehensweise entsprechend zu adaptieren -was im Extremfall auch einen völligen Bruch mit der ursprünglich geplanten Umsetzung bedeuten kann!
Im konkreten Fall wären die Ergebnisse wohl besser gewesen, wäre ich lieber auf 400 oder 800 ISO raufgegangen, die Blende etwas weiter geöffnet, und hätte dadurch erheblich kürzer belichtet! Mal sehen, vielleicht geht es sich aus, und ich kann die Aufnahmen dieses Wochenende wiederholen, sofern die Beleuchtung da nicht bereits entfernt wurde… falls ich das schaffe, werde ich die Ergebnisse zum Vergleich natürlich hier präsentieren!
Zu meiner Entschuldigung kann ich nur sagen: Es hat wirklich ziemlich heftig geschneit, mir war kalt in den Fingern, da ich die Kamera nicht mit Handschuhen bedienen kann, und überhaupt… Aber wem will ich denn hier was einreden!?

























